Zwischen Frühstück, Schichtplan und Herzträumen
Wenn ich eines gelernt habe, seit wir uns für ein kitafreies Leben entschieden haben, dann das:
Die Frage „Wie soll das gehen – kitafrei und trotzdem arbeiten?“
kommt immer. Von außen. Und, Hand aufs Herz – auch von innen.
Ich verstehe sie so gut.
Denn auch wir sind keine Familie, die sich einfach mal eben ein Jahr Auszeit gönnt oder von passivem Einkommen lebt (wäre aber nett, ganz klar).
Wir sind ganz „normale“ Menschen, mit Miete, Rechnungen, Einkaufsliste – und zwei wundervollen Kindern, die mitten im Leben stehen und uns täglich zeigen, worum’s eigentlich geht. Zumindest bisher ist das noch so – Änderungen bereits eingeleitet 😉
Unsere Realität: kein Luftschloss, sondern Lebenskunst

Ich bin (noch) angestellt. Schichtdienst, mal früh, mal spät.
Meine Frau arbeitet an zwei Tagen die Woche im Verkauf.
Wir jonglieren, planen, verschieben, atmen. Und ja, manchmal läuft’s chaotisch.
Aber weißt du was?
Es funktioniert – irgendwie.
Nicht perfekt, nicht nach Plan, aber ehrlich.
Wir haben Glück: eine vergleichsweise günstige Miete, die uns etwas Spielraum gibt.
Aber auch sonst haben wir gelernt: Es geht nicht nur ums Einkommen – es geht ums Bewusstsein.
Was brauchen wir wirklich?
Das ist vielleicht die entscheidendste Frage von allen.
Denn bevor wir überlegen, wie wir arbeiten, dürfen wir uns fragen: Wofür überhaupt?
- Brauchen wir wirklich zwei Autos?
- Müssen es drei Urlaube im Jahr sein?
- Brauchen wir jedes neue Gerät, jeden Trend, jedes „weil man das halt so macht“?
Ich glaube, Freiheit beginnt dort, wo wir anfangen, ehrlich hinzuschauen.
Nicht aus Verzicht, sondern aus Klarheit.
Wenn wir weniger brauchen, dürfen wir weniger arbeiten.
Wenn wir weniger müssen, haben wir mehr Zeit für das, was zählt: Beziehung. Präsenz. Leben.
Natürlich geht das nicht in jeder Situation.
Ich weiß, es gibt Familien, die kämpfen wirklich – mit hohen Mieten, Schulden, Druck.
Aber auch da darf die Frage Raum bekommen: Gibt es Alternativen?
Manchmal bedeutet Freiheit eben auch, etwas loszulassen: ein Statussymbol, eine Wohnlage, eine Erwartung.
Arbeiten mit Kindern – in all ihren Formen
Ich glaube, es gibt nicht den Weg, um kitafrei und arbeiten zu verbinden.
Es gibt viele – und jeder darf seinen eigenen finden.
Manche Eltern teilen sich Schichten.
Andere arbeiten selbstständig von zuhause aus, während die Kinder kreativ sind.
Wieder andere schaffen kleine Inseln im Alltag: Großeltern, Freunde, Tauschgemeinschaften.
Und dann gibt’s die Phasen, in denen man einfach sagt:
„Heute geht gar nichts – außer Lego und Liebe.“
Auch das ist Arbeit. Nur unsichtbare.
Optionen, Möglichkeiten, Spielräume
In den letzten Jahren habe ich viele Modelle gesehen (und manches ausprobiert):
- Schichtarbeit mit flexibler Planung: Wenn Arbeitgeber offen sind, lässt sich hier erstaunlich viel drehen.
- Mini- oder Teilzeitjobs: Eine Möglichkeit, finanziell etwas Sicherheit zu behalten und trotzdem viel Zeit zuhause zu sein.
- Selbstständigkeit: Für viele ein Traum – aber auch kein Spaziergang. „Selbst und ständig“ ist oft Realität, doch mit Herzprojekten kann es sich leicht anfühlen.
- Remote-Arbeit: Immer mehr Firmen bieten Homeoffice oder flexible Jobs an – ein Segen für Familien, die Nähe leben wollen.
- Gemeinschaftliche Betreuung: Freunde oder Nachbarn, die sich abwechseln – das gab’s schon vor der Kita, wir haben’s nur vergessen.
- Ortswechsel: Wer online arbeitet, kann durch Umzug enorme Kosten sparen – und plötzlich ist weniger Arbeit genug.
Am Ende zählt, dass du ehrlich hinschaust: Was passt zu uns, jetzt, in diesem Lebensabschnitt?
Kitafrei bedeutet nicht Nicht-Arbeiten – es bedeutet Bewusst-Arbeiten
Viele glauben, kitafrei zu leben hieße, das Kind den ganzen Tag zu bespaßen.
Das Gegenteil ist wahr. Zumindest meistens 😉
Kinder leben – sie entdecken, sie gestalten, sie lernen durch uns, mit uns, neben uns.
Wenn sie sehen, dass Mama oder Papa etwas tut, was Sinn macht,
lernen sie, dass Arbeit ein Teil des Lebens ist – kein Feind davon.

Manchmal sitzt meine Tochter neben mir, während ich etwas schreibe,
und malt ihr eigenes „Buch“.
Ich lächle, weil ich weiß: Das ist Lernen. Für uns beide.
Ja, es ist nicht immer leicht
Ich will nichts verklären.
Es gibt Tage, da klappt nichts,
da fühlt man sich zerrissen zwischen Pflicht und Herz.
Aber selbst dann:
Ich sehe die Augen meiner Kinder.
Ich spüre, dass sie mich haben. Nicht stundenweise, nicht am Abend, sondern wirklich.
Und dann weiß ich:
So kompliziert das Leben auch ist – dieser Weg fühlt sich richtig an.
Freiheit ist kein Zustand – sie ist eine Haltung
Vielleicht ist das die Essenz von allem.
Kitafrei und arbeiten heißt, das Leben in die eigene Hand zu nehmen – Stück für Stück.
Zu fragen:
- Was brauche ich wirklich?
- Wo kann ich loslassen?
- Was darf wachsen?
Und dann ehrlich zu schauen, was jetzt möglich ist –
nicht in fünf Jahren, nicht im Idealzustand.
Es geht nicht darum, perfekt frei zu sein,
sondern immer ein bisschen freier als gestern.
Mein Fazit
Ob du angestellt bist, selbstständig oder beides ein bisschen:
Es gibt Wege, Familie und Arbeit liebevoll zu verbinden.
Nicht immer bequem, aber echt.
Vielleicht ist dein Weg der, die Stunden zu reduzieren.
Oder dich selbstständig zu machen.
Oder einfach zu akzeptieren, dass Chaos auch Teil von Nähe ist.
Wichtig ist nur:
Dass du weißt, wofür du arbeitest –
und dass du dich dabei nicht verlierst.
Wie erlebst du das? Arbeitest du angestellt, selbstständig oder träumst du gerade vom nächsten Schritt?
Schreib mir gern – ich freu mich über ehrliche Geschichten und neue Perspektiven. Vielleicht entstehen daraus neue Wege für viele von uns.
Mit Herz und Mut,
Tom 🌿
