Wenn Dich Familienwerte in den Wahnsinn treiben 😉
Hand aufs Herz: Weißt Du, welche Werte Dir im Leben wirklich wichtig sind? Also nicht so oberflächlich wie „nett sein“ oder „pünktlich kommen“ (wobei das mit der Pünktlichkeit mit Kindern sowieso utopisch ist). Sondern tief in Dir drin: Was macht für Dich ein gutes, erfülltes, stimmiges Leben aus?
Und jetzt die noch schwierigere Frage: Was davon lebst Du auch wirklich – in Deiner Familie?
Willkommen in der Welt der Familienwerte. Ein Begriff, der so wohlig klingt wie frisch gebackenes Sauerteigbrot. Und gleichzeitig so herausfordernd ist wie das tägliche „Was essen wir heute?“. Denn Familienwerte sind nicht einfach nur ein hübsches Poster an der Wand („In diesem Haus wird gelacht, getanzt, verziehen…“). Sie sind die unsichtbaren Fäden, die unser Miteinander formen. Und sie wollen gefunden, gefühlt und gelebt werden.
Was sind Familienwerte überhaupt?
Familienwerte sind die Grundüberzeugungen, die unser Zusammenleben als Familie prägen. Sie geben Orientierung im Alltag, Halt in stürmischen Zeiten und Richtung, wenn wir mal wieder den Kompass verlieren (Spoiler: passiert öfter als gedacht).
Sie bestimmen, wie wir miteinander sprechen, wie wir Konflikte lösen, wie wir Entscheidungen treffen und was wir unseren Kindern – bewusst oder unbewusst – mit auf den Weg geben.
Das kann alles Mögliche sein: Respekt, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit, Humor, Freiheit, Achtsamkeit, Mitgefühl, Abenteuerlust oder einfach das Recht, auch mal schlechte Laune haben zu dürfen.
Kurz gesagt: Familienwerte sind wie unser inneres Navi – nur ohne nervige Stimme, die bei jedem Abbiegen meckert.
Warum es so wichtig ist, die eigenen Familienwerte zu kennen
Wenn wir uns nicht klar sind, welche Werte uns wichtig sind, stolpern wir oft durch den Alltag – zwischen Erziehungstipps auf Instagram, gut gemeinten Ratschlägen der Schwiegermutter und unserem eigenen inneren Anspruch, bitte alles „richtig“ zu machen.
Aber: Es gibt nicht die eine richtige Art, Familie zu leben. Es gibt Eure. Und die entsteht dann, wenn Ihr Eure eigenen Werte kennt – und Euch traut, danach zu leben.
- Werte geben euch Orientierung, wenn Ihr Entscheidungen treffen müsst (z. B. Kita oder nicht, Impfen oder nicht, Bildschirmzeit oder lieber Stöcke sammeln im Wald).
- Sie stärken Euren Zusammenhalt, weil alle wissen, was Euch als Familie wichtig ist.
- Sie helfen, Grenzen zu setzen – freundlich, aber klar.
- Und sie sorgen dafür, dass sich alle gesehen und gehört fühlen – auch wenn mal gestritten wird (ich sag nur Geschwister – puh…).
Der Weg zu euren Familienwerten
Es gibt keinen festen Fahrplan. Keine Checkliste mit 3 Häkchen und fertig ist die Werte-Familie deluxe. Aber es gibt Fragen, Impulse und gemeinsame Gespräche, mit denen Ihr Euren ganz eigenen Weg finden könnt. So haben wir das für uns gemacht und genau dabei möchten wir Euch begleiten.
Bevor Ihr als Familie über Eure gemeinsamen Werte sprecht, lohnt sich ein kleiner Umweg: Fang bei Dir an.
1. Deine persönlichen Werte
Nimm Dir einen Moment der Ruhe (ja, ich weiß… aber versuch’s trotzdem!). Stell Dir vor, du könntest dein Leben nach Deinen Herzenswerten gestalten – was wäre Dir dann besonders wichtig?
Frage Dich:
- Was hat Dich als Kind geprägt?
- Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen?
- Was bringt Dein Herz zum Leuchten – auch im Familienalltag?
Schreib alles auf, was kommt. Auch wenn es wild, widersprüchlich oder chaotisch erscheint.
2. Gemeinsame Werte entdecken
Tausch Dich mit Deinem Partner / Deiner Partnerin aus. Am besten nicht zwischen Tür und Angel („Schatz, was ist Dir eigentlich im Leben wichtig?“ – „Was? Ich such gerade die Brotdose!“), sondern bewusst.
Fragt euch:
- Was wollen wir unseren Kindern mitgeben?
- Worauf wollen wir als Familie aufbauen?
- Was ist uns wichtiger: Freiheit oder Sicherheit? Nähe oder Autonomie? Ruhe oder Abenteuer?
Hier darf gelacht, gestritten, geschmunzelt und nachgedacht werden. Und bitte: nehmt Euch wirklich Zeit. Werte wachsen, wie Kinder – sie wollen nicht gehetzt, sondern begleitet werden.
3. Eure Familienwerte formulieren
Wenn Ihr merkt: „Ja, das ist es! Das fühlt sich nach uns an!“, dann gebt Euren Familienwerten Worte. Vielleicht wollt Ihr sie aufschreiben, sichtbar machen, an die Wand hängen oder einfach im Herzen tragen.
Sie können als Leitsätze formuliert sein („Bei uns darf jeder sein, wie er ist“) oder als einzelne Begriffe („Freiheit – Vertrauen – Verantwortung“). Wichtig ist nur: Sie müssen zu Euch passen.
Und sie dürfen sich verändern. Mit Dir – Mit Euch – Mit dem Leben.
📝 Deine Checkliste: Eure eigenen Werte finden und leben

✅ Ich habe meine persönlichen Werte aufgeschrieben
✅ Ich habe mit meinem Partner / meiner Partnerin über unsere Werte gesprochen
✅ Wir haben mit unseren Kindern über unsere Werte gesprochen
✅ Wir haben gemeinsame Werte als Familie gefunden
✅ Unsere Familienwerte sind sichtbar (Zettel, Poster, Rituale, Gespräche…)
✅ Wir erinnern uns im Alltag bewusst an unsere Werte (besonders in stressigen Momenten)
✅ Wir nehmen uns regelmäßig Zeit, über unsere Werte zu sprechen – und sie ggf. anzupassen
✅ Wir leben unsere Familienwerte – auch wenn es manchmal nervt 😉
Fazit: Familienwerte sind kein Ideal, sondern ein Weg
Ihr müsst keine perfekte Familie sein – dürft es aber natürlich! Ihr müsst nicht alles „richtig“ machen. Aber wenn Ihr Euren eigenen Weg geht – mit Werten, die Euch wichtig sind – dann gebt Ihr Euren Kindern etwas viel Wertvolleres mit als jede Regel der Welt: nämlich Orientierung, Liebe und ein Zuhause, das sich echt anfühlt.
Und wenn Ihr Euch das nächste Mal streitet, weil jemand die Falafel des anderen gegessen hat – dann atmet tief durch und denkt: „Hey, immerhin leben wir unsere Werte. Irgendwie.“
Apropos Falafel: Rezepte für Falafel und Co. haben wir hier auch auf Lager. Und mehr Infos zum Thema „Vegan leben mit Kindern“ auch…
