Tom – Warum ich das „Normale“ hinter mir gelassen habe

Die meisten Menschen akzeptieren ein Leben in Schablonen, weil „man“ es eben so macht. Kita, Schule, 9-to-5, industrieller Konsum. Ich habe das nie verstanden (und doch lange gemacht). Mein Leben ist eine Serie von bewussten Brüchen mit diesem „Normal“.

Ich bin Tom. Und ich habe mich entschieden, dass mein Leben und das meiner Familie nicht auf der Checkliste eines fremden Systems steht.

Seit über 20 Jahren Seelenpartner und seit über 10 Jahren Ehemann meiner wundervollen Frau. Vater zweier bezaubernder Mädchen. Auf dem Herzensweg. Raus aus der Komfortzone, rein in die Angst (Hilfe!). Dann wieder raus aus der Angst. Und leben! Seit vielen Jahren Vollbartträger. Musikliebhaber. Ehemaliger Hundebesitzer. Seit über 10 Jahren ein sich-vegan-ernährender Mensch. Warum? Das kannst du gerne → [hier nachlesen].

Ja, das wäre dann also eine Variante meiner Kurzbeschreibung – zu dem Mann, der ich wohl nach außen hin bin. Ich weiß aber: Das bin ich nicht wirklich. Dieses beschriebene Konstrukt von „Ich“ ist eben nicht mehr als das – ein Konstrukt. Allein aus diesen Zeilen kannst du vielleicht schon erahnen, dass mein „Ich“ einen Hang zu spirituellen (oder esoterischen – wie auch immer) Themen hat. Ich könnte eigentlich glatt in der dritten Person über mich schreiben :-)) Okay, ich habe wohl zu lange „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle gelesen und wollte das offensichtlich hier mal eben kundtun.

Um den Text nicht zu kompliziert zu machen, schreibe ich lieber weiter als „Ich“. Das macht es für alle leichter. Auch für meine anderen Persönlichkeiten. 😉

Seit ich denken kann, habe ich hinterfragt. Ich habe nicht einfach nur gefragt „Wie?“ oder „Was?“, sondern fast immer: „Warum?“
„Normal“ war mir schon immer ein Dorn im Auge. Nicht aus Prinzip, sondern wegen meines Drangs nach Selbstverwirklichung. Also: Warum macht man das denn so? Warum ist das „normal“? Warum sind wir hier?
Manchmal habe ich selbst das Gefühl: Mit weniger „Warum“ wäre das Leben leichter. Aber dieses Warum steckt einfach tief in mir. Ich will nicht einfach Dinge tun, weil „man“ sie so macht – sondern so und vor allem wie ich sie als wahrhaftig richtig empfinde.

Meine Seelenverwandte habe ich schon sehr früh kennengelernt – mit 18. Wir waren von Anfang an unzertrennlich. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man einen Menschen findet, mit dem man wirklich 24/7 verbringen kann, ohne sich auf die Nerven zu gehen. Mit ihr habe ich bis heute so gut wie nie gestritten. Ich habe viele Male vor ihr geweint, mein Herz ausgeschüttet. Sie kennt mich in- und auswendig. Bei dieser Frau darf ich SEIN. Danke dafür!

Nach meinem Abschluss an der Wirtschaftsschule nahm ich keinen ganz typischen Weg. Ich begann drei verschiedene Ausbildungen – und brach sie wieder ab. Schließlich fand ich mich als Kaufmann im Einzelhandel wieder. Zwischendurch arbeitete ich mehrere Jahre mit meinem Stiefvater, um sein Offline-Business in ein Online-Business zu verwandeln. Als er sich langsam zurückzog, kehrte ich zurück in den Handel.

Mit der Zeit wuchs in mir ein immer stärkeres Bedürfnis nach Freiheit – nach Reisen, nach Weite. YouTube inspirierte mich regelmäßig dazu, einfach loszuziehen, zu backpacken, frei zu sein. Meine Frau war da etwas bodenständiger – Reisen ja, aber bitte mit Bett. Und das Finanzielle war dann auch noch so eine Sache… Trotzdem blieb der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.

Eine ehemalige Kollegin gab mir eines Tages einen völlig neuen Impuls: Sie erzählte mir von den „Gesprächen mit Gott“. Ich – schon immer offen für spirituelle Themen – war sofort neugierig. Aber eigentlich fing es an mit „Wünsche ans Universum“. Das war meine erste Begegnung mit dem Gesetz der Anziehung – und es nahm kein Ende mehr. Seither habe ich etliche Bücher rund um diese Themen verschlungen. Ich fing an zu meditieren, mit mir selbst zu arbeiten. Und dieser Prozess dauert noch immer an…

Als meine erste Tochter zur Welt kam, veränderte sich nicht mein gesamtes Leben – aber sehr viele Aspekte davon. Plötzlich standen Fragen im Raum, die ich mir vorher nie gestellt hatte. Warum auch?
Sollen wir unser Kind vegan ernähren (abgesehen von Muttermilch und gegebenenfalls Anfangsmilch)?
Sollen wir sie in den Kindergarten geben – oder bleibt meine Frau erstmal in Elternzeit?

Rückblickend könnte man sagen: Das war vielleicht der eigentliche Beginn unserer „Reise“. Denn uns wurde ziemlich schnell klar: Wir wollen mit diesem Wesen so viel Zeit verbringen, wie nur irgendwie möglich. Es begleiten, behüten. Und wir wollen unserer Tochter das Recht auf „Das Leben IST ein Ponyhof“ geben. Denn dieses Recht sollte jedem Kind – und auch jedem Erwachsenen – zustehen.

Mit der Geburt unserer zweiten Tochter veränderte sich dann mein Leben fast vollständig. Noch eine Seele, die in unser Leben kam. Mein Bewusstsein richtete sich immer mehr auf die Kinder, auf unsere Familie und ihr Wohlergehen.

Und so gehen wir – meine Herzensmenschen und ich – unseren ganz eigenen Weg. Er ist nicht immer leicht, manchmal holprig, oft chaotisch. Aber er folgt einem Ruf: dem des Herzens.

Mit dem Projekt heartschooling möchte ich diese Reise teilen. Mit Menschen, die ebenfalls ihrem Herzen folgen. Die alternative Wege gehen. Die auch mal „out of the box“ denken. Ich möchte Familien inspirieren, sich mehr um ihre eigenen Werte und Bedürfnisse zu kümmern – und weniger um das, was „man“ halt so macht.

Schön, dass Du hier bist!